Aufgaben und Ziele

 

Die Unterstützung zukunftsweisender Technologiefelder, gepaart mit einer transparenten und sachbezogenen Kommunikation zwischen der Fachwelt und der Öffentlichkeit, bietet eine ausgezeichnete Perspektive, den tatsächlich realisierbaren Nutzen der Industriellen Biotechnologie (IBT) für Bayern zu intensivieren. Der Projektverbund bietet eine große Chance, bereits vorhandene Stärken auf diesem Gebiet weiter auszubauen und zudem weitere neue, innovative Vorhaben zu unterstützen und gleichzeitig einen erheblichen Mehrwert – nicht nur für Bayern – zu generieren.

Der Projektverbund nahm seine Arbeit am 01. Juli 2015 auf. Die BayBiotech-Auftaktveranstaltung mit der Bayerischen Umweltministerin Ulrike Scharf fand am 03. Februar 2016 in Erlangen statt. Im Projektverbund BayBiotech arbeiten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in sieben Projektgruppen aus verschiedenen Disziplinen zusammen. Ziel der Verbundforschung ist es, Vernetzungen zu fördern und Synergieeffekte zu nutzen. So soll eine bessere Aktivierung der Gesamtkompetenz des Verbundes erreicht werden. Dabei soll nicht nur die Vernetzung der Verbundpartner untereinander gefördert, sondern vielmehr auch eine Vernetzung zu anderen Projektverbünden mit ähnlichen Themengebieten erreicht werden.

Der erste Themenschwerpunkt hat insbesondere die Ressourcenschonung zum Ziel. Mithilfe biokatalytischer Verfahren ergibt sich beispielsweise bei der Herstellung chiraler1 Feinchemikalien ein deutliches Potenzial gegenüber klassisch-chemischen Prozessen sowohl in ökonomischer als auch in ökologischer Sicht. Essigsäurebakterien können z. B. als höchst effiziente Ganzzellbiokatalysatoren eingesetzt werden. Auch synthetisch hergestellte Biofilme bieten ebenfalls ein großes Potenzial für die Umwelt- und Verfahrenstechnik über die chemische bis hin zur pharmazeutischen Industrie. Der zweite Forschungsschwerpunkt des Verbunds beschäftigt sich mit der biotechnologischen Herstellung biologisch abbaubarer „Biokunststoffe“, die auch in Kombination mit anderen Polymeren als Verbundwerkstoff (compound) einsetzbar sind. Dieser Themenbereich kann einen wichtigen Beitrag zu einer nachhaltigen, biobasierten Polymerindustrie liefern und zur Schonung fossiler Rohstoffressourcen beitragen.

Das Koordinierungsvorhaben ist am Lehrstuhl für Bioverfahrenstechnik der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg unter der Leitung von em. Prof. Dr. Rainer Buchholz angesiedelt. Die zentrale Rolle des Koordinationsprojekts ist die administrative Steuerung, die effiziente Ausgestaltung und die Außendarstellung des Projektverbunds. Durch das Koordinierungsprojekt sollen die im Verbund erarbeiteten Forschungsergebnisse zur industriellen Biotechnologie schneller und effizienter umgesetzt sowie Synergiepotenziale identifiziert und ausgeschöpft werden. Insgesamt soll der Nutzen des Projektverbunds gesteigert werden. Insbesondere ist es das Ziel des Koordinators, die Wahrnehmung des Projektverbunds in Wissenschaft und Forschung, in der Industrie als auch in der Öffentlichkeit durch entsprechende Außendarstellung zu fördern.

 

1 Chiral oder Chiralität stammt aus dem Griechischen und bedeutet so viel wie „Händigkeit". Chirale Chemikalien sind aus gleichen Atomen aufgebaut, allerdings unterscheiden sie sich in der räumlichen Anordnung der Atome. Das Spiegelbild chiraler Chemikalien kann durch Drehung nicht mit dem Original zur Deckung gebracht werden. Das beste Beispiel aus dem Alltag sind die linke und die rechte Hand, welche ebenfalls nicht zur Deckung gebracht werden können.

 

 

Kontakt

Friedrich-Alexander-Universität
Erlangen Nürnberg
Lehrstuhl für Bioverfahrenstechnik
Dr.-Ing. Ludwig Körber
Paul-Gordan-Straße 3
91052 Erlangen
Telefon: +49(0)9131 85 23184
Fax: +49(0)9131 85 23002
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